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"Hören Sie, Herr von Geltermann, wenn ich Coachings oder Beratungen für Unternehmen durchführe, werde ich nicht dafür bezahlt, keine Fragen zu stellen. Und schon gar nicht werde ich dafür bezahlt, keine unangenehmen Fragen zu stellen. Also noch mal: Wie sieht die Fraktionsbildung im Schulkollegium der zentralen Krankenpflegeschule aus?"

"Nun, ähem…Ja, es gibt zwei Lager. Sozusagen die Alteingesessenen und den Nachwuchs."

"Und Frau Dekuba, welche Rolle spielte sie denn in dieser Konstellation? War sie eher Befürworterin oder eher Gegnerin des Projektes?"

"Nun, sie war, ähm, wie soll ich sagen…., es war nicht so ganz….., also genaugenommen…."

"Ja, bitte, nehmen Sie es genau. Ganz genau!" Die frisch gebackene Unternehmensberaterin sah ihrem Gegenüber unter hoch gezogenen Augenbrauen gerade in die mineralwasserhellen Augen, und endlich gestand ihr Gegenüber, dass die Tote tatsächlich zu den Gegnerinnen der Schulzusammenlegung gehört hatte.

"Sie wollte um jeden Preis autonom bleiben", erklärte er.

"Um jeden Preis? Was wäre sie denn bereit gewesen zu tun? Hatte sie schon Maßnahmen geplant? Demos? Wollte sie an die Presse gehen?"

Mit gelindem Erstaunen sah Mathilde, dass ihr Gegenüber bei der Erwähnung öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen heftig der Schweiß ausbrach. Vor lauter Hände- und-Füße-Falten geriet sein ganzer Körper außer Kontrolle.