| U. Li, Psychologin, Ruhrpottkind und
Krimiautorin aus Leidenschaft, begeistert seit nunmehr
drei Jahren ihre Fans, indem sie Mathilde Moll, eine
kleine dicke Bewährungshelferin aus Köln, auf Mörderjagd
schickt. Nach ihrem Debüt mit "Sinatras Revier",
der 2001 erschien, kam "Wasserschaden" auf den
Markt, ein Krimi aus der Welt der Pferdenarren, der
Reitlehrer und der Tierschützerdemos. In "KOMA" ihrem neuesten Roman, verarbeitet U. Li ihre Erfahrungen als Psychotherapeutin in einer Großstadtklinik. Die Autorin, U. Li, stammt übrigens nicht aus China oder Japan, wie der Name nahe legt, sondern .. aus dem tiefsten Westfalen. Mitte der 50-er Jahre ist sie in dem ebenso malerischen wie winzigen Ort Schwalenberg zur Welt gekommen, aber schon früh vor der ländlichen Idylle ins Ruhrgebiet geflüchtet, wo sie bis heute lebt. Sie studierte Psychologie in Bochum und ist seit dem Abschluss ihrer Ausbildung in unterschiedlichen psychologischen Arbeitsfeldern tätig. Das Pseudonym Li geht zurück auf eine Kindheitsgeschichte und begleitet die Autorin schon ihr Leben lang. Es soll weniger U. Li's Identität verbergen als vielmehr ihre Klientinnen und Klienten schützen, denn nur in der Anonymität ist es möglich, Beruf und Berufung, Therapie und Schriftstellerei, streng voneinander zu trennen. Wer sich auf die Abenteuer der Mathilde Moll einlässt, erfährt aber dennoch einiges über ihre Schöpferin. Denn U.Li teilt mit ihrer Protagonistin z.B. den Hang zur "Vielviecherei". Ob Sinatra der samtpfotige Titelheld des ersten Krimis oder Sambuca, ein leicht entflammbarer Schimmelwallach aus dem zweiten Roman, U.Li gibt den Tieren in ihren Geschichten ebenso einen Platz wie in ihrem Leben (was aber nicht heißen soll, dass sie mit Ping und Pong, den beiden Minischweinen aus KOMA, unter einem Dach lebt.). Aber nicht nur was Tierversuche und vegetarisches Essen angeht, sind sich U.Li und MM einig. Auch in Bezug auf Autos (klein, alt und mit chaotischem Innenleben) Männer und Musik passen die beiden ganz gut zusammen. Gegen Mathilde Molls Zigarettenkonsum, ihren Hang zu quergestreiften Leggins einerseits und zu eleganten Leinenkostümen andererseits grenzt sich die Autorin aber entschieden ab, und auch die Figurprobleme der Mollig sind ihrer Schöpferin völlig fremd. |